WARUM ist dir das Zu Fuß Gehen so wichtig?
Am schönsten finde ich am zu Fuß gehen, das im eigenen Rythmus unterwegs sein. Man kann dabei auch spontan verweilen, sich umdrehen oder sogar in Kreisen gehen. Es ist auch total egalitär, jeder ist Fußgänger/Fußgängerin und wird dabei sprichwörtlich auf den Boden der Tatsachen geholt.
WELCHES Erlebnis war richtungsweisend für dich und das Zu Fuß Gehen?
Das erste richtungsweisende Erlebnis des zu Fuß gehens war mein täglicher Weg zur Volksschule. Wir sind damals ja alle gegangen und besonders am Heimweg konnte getrödelt oder ein Umweg genommen werden. Dabei waren wir oft gemeinsam unterwegs und es wurde gespielt, getratscht und der eine oder andere Plan ausgeheckt.
WO gehst du am liebsten zu Fuß?
Am liebsten gehe ich entlang von Flüssen und Bächen, das ist immer abwechslungsreich und es gibt da Gemeinsamkeiten beim Gehen und dem Fluss des Wassers. Das Gehen unter Bäumen ist natürlich immer toll und je nach Jahreszeit anders. Aber auch eine gut gestaltete urbane Umgebung „begehe“ ich gerne. Da gibt es immer wieder etwas zu entdecken und man hat dann die Zeit darüber nachzudenken oder das Denken einfach schleifen zu lassen.
WAS sind deine wichtigsten Wege, die du gern zu Fuß zurücklegst?
Ich geh ja immer wieder gern neue Wege und schließe diese auch gern zu Runden zusammen. Manchmal steig ich aus den Öffis eine Station früher aus, um etwas weiter gehen zu können. Der Weg zum Bäcker ist auch so ein wichtige Routine, da ist man gleich munter und dann macht das Frühstücken richtig Spaß. Ein schöner Arbeitsweg ist Gold wert, da lässt es sich gut runterkommen und die Gedanken zum Tag ordnen.
WELCHES Lied / WELCHES Buch findest du leiwand, dass das Zu Fuß Gehen thematisiert?
Unlängst bin ich wieder über den Schlager „Wozu ist die Straße da“ gestolpert. Da gibt es eine überdrehte Version vom Handorgel Duo Schuler-Muheim. Sehr psychedelisch. Da will man gleich losmaschieren!
Die Coverversion „Where the streets have no name“ von Bad Ida erzählt von der Sehnsucht den ersten Schritt zu wagen.
Das Comic „Das Recht der Erde“ von Étienne Davodeau ist eine warnende Geschichte unserer Zeit und spannt dabei einen großen Bogen mit dem zu Fuß gehen als wesentliche Begründung unseres Daseins.
WORAUF sollte sich Geht-Doch vor allem fokussieren?
Geht-Doch sollte besonders Jungen, Alten und Menschen mit besonderen Bedürfnissen zur Seite stehen um ihre gängige Benachteiligung im öffentlichen Raum aufzeigen und mit positiven Utopien Veränderung einmahnen. Da kommt das diesjährige Projekt „autofreie Schulvorplätze“ genau richtig, um den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft ein Stück Freiheit und Selbstbestimmtheit zurück zu geben.